Thoraxentlastungspunktion

Indikationen / Symptome

  • Spannungspneumothorax mit rasch zunehmender hämodynamischer und respiratorischer Instabilität

Kontraindikationen

  • bei korrekter Indikation und korrektem Punktionsort: keine

Alternativen

  • keine Alternative

Aufklärung / Risiken

  • Schmerzen, Gefäß- / Nervenverletzungen, Blutung, Weichteilschäden

  • Risiko der Verletzung von Thoraxorganen (Monaldi- + Bülau-Position)

  • Risiko der Verletzung von Abdominalorganen (Bülau-Position)

Einwilligung

  • Aufklärungsumfang nach Dringlichkeit der Maßnahme

  • Einwilligung gemäß dem geäußerten oder mutmaßlichen Pat.-Willen

  • kein schriftliches Einverständnis erforderlich

  • Dokumentation im Einsatzprotokoll notwendig

Durchführung

  • Aufsuchen der Punktionsstelle: 2. ICR Medioclavicularlinie (Monaldi-Position) oder 4. ICR vordere Axillarlinie (Bülau-Position)

  • nur mit den dafür vorgesehenen Nadeln "T-PAK"

  • Hautdesinfektion

  • Aufsetzen einer halb mit NaCl 0,9 % / Aqua gefüllten Spritze auf die Punktionskanüle

  • Punktion am Oberrand der Rippe senkrecht zur Thoraxwand

  • Monaldi: Cave Verletzungsgefahr A. thoracica interna bei zu medialem Punktionsort

  • Bülau: Cave Gefahr von Organverletzungen bei zu caudalem Punktionsort

  • bei Aspiration von Luft ist der Pleuraspalt erreicht

  • Kunststoffkanüle weiter vorschieben und Stahlmandrin entfernen

  • bei Kanülen mit Federmechanik (nach Veres): Kanüle bis Markierung weiter vorschieben

  • Sicherung gegen Abknicken und Dislokation, sterile Abdeckung

Erfolgsprüfung

  • Entweichen von Luft über die Kanüle

  • Rückbildung der Schocksymptomatik / Kreislaufinsuffizienz; Rückbildung einer Halsvenenstauung

  • Verbesserung von Atemmechanik und Oxygenierung

Gegenmaßnahmen

  • ggf. längere Kanüle bei adipösen Patienten (sofern vorhanden)

  • 2. Thoraxentlastungspunktion bei ausbleibendem Erfolg bzw. bei erneuter Symptomatik eines Spannungspneu durch Abknickung / Verstopfung / Dislokation der Kanüle → dann ggf. am alternativen Punktionsort

  • bedarfsgerechte Analgesie bei starken Schmerzen

Verlaufskontrolle

  • regelmäßige Reevaluation des Pat.-Zustandes bzgl. effektiver Entlastung sowie Schmerzeinschätzung

  • komplettes Monitoring der kardiorespiratorischen Situation

Anmerkungen

  • Cave: Belassen der Kunststoffkanüle garantiert nicht die dauerhaft effektive Entlastung

  • die Thoraxentlastungspunktion ist eine überbrückende Notfallmaßnahme bis zur unverzüglichen Anlage einer Thoraxdrainage durch einen Arzt